Landtagswahl 2026

Information des Rektors zu den Wahlprüfsteinen der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt

 

 

Liebe Studierende, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die bevorstehende Landtagswahl ist auch für unsere Universität von großer Bedeutung. Viele Entscheidungen, die in der kommenden Legislaturperiode getroffen werden, haben unmittelbaren Einfluss darauf, wie wir an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg künftig studieren, lehren, forschen, arbeiten und Verantwortung für unser Land übernehmen können.

Die Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt hat deshalb den Parteien Wahlprüfsteine vorgelegt. Darin geht es um zentrale Fragen für die Universitäten und Hochschulen unseres Landes: um die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre, um die Finanzierung der Hochschulen, die Gewinnung internationaler Studierender und Fachkräfte, um IT-Sicherheit, Hochschulbau, Lehrkräftebildung, eine leistungsfähige Universitätsmedizin, Transfer und Innovation.

Zu den Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine. Die AfD ließ die Anfrage unbeantwortet.

Als Universität ist es nicht unsere Aufgabe, Wahlempfehlungen auszusprechen. Wir sind ein Ort der Wissenschaft, der offenen Debatte und der demokratischen Auseinandersetzung. Gerade deshalb ist es unsere Verantwortung, auf die Themen hinzuweisen, die für die Zukunft unserer Universität und des Wissenschaftsstandortes Sachsen-Anhalt entscheidend sind.

In ihren Antworten bekennen sich die Parteien zur Bedeutung der Hochschulen und zur Freiheit der Wissenschaft. Das ist ein wichtiges Signal. Zugleich wird deutlich, dass es in zentralen Fragen unterschiedliche Vorstellungen gibt, etwa bei der künftigen Grundfinanzierung, beim Umgang mit steigenden Kosten, bei Studiengebühren für internationale Studierende, bei Hochschulautonomie und Mitbestimmung, bei Investitionen in Gebäude und digitale Infrastruktur sowie bei der Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung und der Universitätsmedizin.

Für unsere Universität sind diese Themen von großer Bedeutung. Sie entscheiden darüber, ob wir auch künftig international sichtbare Forschung ermöglichen und gute Studienbedingungen sichern können. Die nationale und internationale Anschlussfähigkeit der Universität Magdeburg basiert auf der Struktur von Bachelor- und Masterprogrammen; jede Veränderung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Studierendenzahlen. Werden wir also auch in Zukunft dringend benötigte Fachkräfte für Sachsen-Anhalt ausbilden, Lehrkräfte gewinnen, Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft leisten und unseren Beschäftigten verlässliche Perspektiven bieten können?

Wir stehen klar für Wissenschaftsfreiheit, Weltoffenheit, Verantwortung und Leistungsfähigkeit. Wir stehen für eine Universität, die Vielfalt fördert, unabhängig forscht, kritisch fragt, Wissen teilt und Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt. Dazu brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine auskömmliche Finanzierung, weniger Bürokratie und das Vertrauen, unsere Aufgaben eigenverantwortlich erfüllen zu können.

Ich möchte Sie daher eindringlich ermutigen, die Wahlprüfsteine und hochschulpolitischen Ziele der zur Landtagswahl antretenden Parteien zu lesen, zu diskutieren und in Ihre persönliche Meinungsbildung einzubeziehen. Hochschulpolitik ist kein Randthema. Sie betrifft uns alle: Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Beschäftigte in Technik und Verwaltung, Lehrende, Forschende und die vielen Partner unserer Universität im Land und weit darüber hinaus.

In Zeiten scharfer politischer Auseinandersetzung bleibt unsere Rolle klar: Wir werben nicht für Parteien, sondern stehen ein für die Bedeutung von Wissenschaft, Bildung und Demokratie. Aber wir benennen, wo nötig, klar die Folgen politischer Entscheidungen und werden uns vehement dafür einsetzen, dass Sachsen-Anhalt seine Hochschulen als entscheidende Zukunftsorte stärkt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan
Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Letzte Änderung: 24.06.2026 -
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