Fahr ich heute, fährst du morgen? MoFahr – Eine Mitfahrplattform für Pendelnde
Nach Feierabend steht der Wocheneinkauf an, die Kinder müssen aus der KiTa abgeholt werden und es soll später regnen: Es gibt viele Gründe, warum Studierende und Mitarbeitende mit dem Auto an die Uni pendeln. Ab Juni 2026 können einzelne, aber auch wiederkehrende Fahrten geteilt werden. Die neue Mitfahrplattform „MoFahr – Modern Fahren Sachsen-Anhalt“ zeigt, wer wo an welchen Tagen zu ähnlichen Zeiten pendelt und organisiert einen Pendel-Kalender. Koordinator Christoph Wolter weiß, wie die OVGU pendelt und warum sie so pendelt, wie sie pendelt und was die Mitfahrplattform alles kann.

Herr Wolter, Sie sind aktuell im Nachhaltigkeitsbüro der OVGU für Mobilität zuständig und koordinieren die Einführung der Mitfahrplattform MoFahr. Wie pendelt denn die OVGU?
Im Projekt KlimaPlanReal - intensified, das gefördert wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt machen wir uns gemeinsam mit den Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt auf den Weg zur Klimaneutralität. Hierbei wurde das Thema Pendelmobilität als großer Hebel identifiziert: Studierende und Mitarbeitende nutzen das Fahrrad oder den ÖPNV, aber der Anteil der Fahrten mit dem Pkw ist verhältnismäßig groß. Das Pendeln war in 2023 für ein knappes Drittel der CO2-Emissionen der OVGU verantwortlich.
Woran liegt das?
Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Viele Mitarbeitende haben zum Feierabend Anschlusswege, wie den wöchentlichen Einkauf oder die Abholung der Kinder. Andere pendeln aus dem ländlichen Raum um Magdeburg und sind über den ÖPNV nicht gut angebunden. Zudem ist der eigene Pkw oft ein Plan B für regnerische oder kalte Tage, an denen das Fahrrad keine gute Option darstellt. Das Problem ist, dass meist nur eine Person im Fahrzeug sitzt.
Hier kommt also die Mitfahrplattform ins Spiel?
Genau! Am Standort Wissenschaftshafen werden Mobilitätslösungen der Zukunft erforscht und pilotiert. Im Projekt Intelligenter Mobilitätsraum im Quartier , Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, entstand die Idee einer digitalen Mitfahrplattform für Magdeburg und Umgebung – gerade mit Blick auf den ländlichen Raum. Dank Förderung des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales über „Sachsen-Anhalt Digital“ und mit dem erfahrenen Partner RideBee arbeiten wir unter Leitugn von Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek, Lehrstuhl Logistik, an „MoFahr – Modern Fahren Sachsen-Anhalt“.

Koordinator Christoph Wolter (Foto: privat)
Was unterscheidet MoFahr von anderen Mitfahrplattformen?
In der Regel geht es auf solchen Plattformen um einzelne und meist längere Fahrten. MoFahr hat das Ziel, die deutlich komplexeren Pendel-Fahrten zu organisieren. Hierfür werden die Standorte der OVGU hinterlegt und die Nutzenden geben an, von wo und wann gestartet werden soll. Je nach Einstellung findet MoFahr dann Kolleg*innen, die passenden Fahrten anbieten oder gern mitfahren möchten. Nach einer kurzen Bestätigung des Gegenübers wird die Fahrt in den Kalender übernommen. So können nicht nur Kosten geteilt werden, sondern sich auch spannende Gespräche ergeben.
Benötige ich einen Account und welche Kosten kommen auf Nutzende zu?
Die Nutzung der App ist für Studierende und Mitarbeitende der OVGU kostenfrei. MoFahr kalkuliert angemessene Kosten-Vorschläge für die Fahrten, die direkt über die Plattform abgewickelt werden können. Der Login in der Web-Ansicht oder der App ist einfach über den OVGU-Account möglich.
Das klingt gut – Wann geht es los?
An der OVGU starten wir im Juni und weitere Partner folgen im Laufe des Jahres. Am 18. Mai wird es eine erste Info-Veranstaltung per Zoom geben, in der die Funktionsweise von MoFahr in der OVGU-Oberfläche gezeigt wird und alle Fragen und Wünsche Gehör finden.
Vielen Dank für das Gespräch.
