Ein neuer Weg über den Campus fürs Miteinander
Wer in diesen Tagen über den Campus geht, merkt: Hier verändert sich etwas. Wo in den vergangenen Monaten für das Wärmekonzept Straßen und Wege geöffnet werden mussten, entsteht nun Schritt für Schritt ein neuer Außenraum für die Universität. Die große Ost-West-Achse vom Bereich der Falkenbergstraße bis zur Gustav-Adolf-Straße wird komplett neugestaltet. Dazu kommen die Verbindung von der Campus-Allee nach Norden zwischen Gebäude 12 und Gebäude 16 sowie der Innenhofbereich zwischen Gebäude 01 und Gebäude 05.

Die künftige Campus-Allee wird die Gareisstraße und die Pfälzer Straße verbinden und einem sanft geschwungenen Verlauf folgen. (Foto: Ines Perl)
Was zunächst nach klassischer Baustelle klingt, ist in Wahrheit mehr als eine reine Wiederherstellung. Die Uni nutzt den Eingriff, um den Campus an zentralen Stellen neu zu ordnen – mit besser begehbaren Wegen, mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität und weniger Verkehr auf den zentralen Flächen.
Die Idee dahinter ist klar: Wenn ohnehin gebaut werden muss, soll es am Ende nicht einfach so aussehen wie vorher. Es soll besser werden. Offener. Sicherer. Einheitlicher. Und vor allem angenehmer für alle, die hier studieren, arbeiten oder zu Besuch sind.
Künftig werden neue Pflasterflächen angelegt, frühere Wege, Stellplätze oder andere versiegelte Bereiche teilweise in Freiflächen umgewandelt und neu bepflanzt. Fahrradabstellflächen werden neu geordnet, Aufenthaltsbereiche in den Freianlagen ergänzt. Auf der Campus-Allee entstehen gut und sicher begehbare Wege, darunter auch ein taktiles Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen. Fahrzeugverkehr soll dort weitgehend zurückgedrängt werden – natürlich nur so weit, wie es mit Betrieb, Zufahrt und Rettungswegen vereinbar ist.
Auch gestalterisch bekommt der Campus ein neues Gesicht. Vorgesehen sind großzügige Rasenflächen, die zum Verweilen einladen, weniger dichtes Busch- und Strauchwerk und dafür mehr Transparenz und Übersicht. Neue Bäume sollen künftig Schatten spenden und als grüne Lunge wirken. Damit die neuen Grünflächen dauerhaft erhalten bleiben, sind Zisternen und ein Beregnungssystem geplant.
Gebaut wird in mehreren Schritten
Teilweise ist der Unterbau aus der Maßnahme zum Wärmekonzept bereits vorbereitet. Zunächst werden technische Anlagen wie Wegebeleuchtung, Zisternen und Bewässerungssysteme verlegt. Danach folgt der Oberbau. Die Campus-Allee erhält einen leicht geschwungenen Verlauf. Verwendet wird ein Pflaster, das optisch an das Material am Gebäude 01 anschließt. Es handelt sich um ein ökologisches Betonsteinpflaster mit guter Versickerungsleistung, geschlossenem Erscheinungsbild und hohem Gehkomfort. Randbereiche sowie der Verbindungsweg zwischen den Gebäuden 12/16 und Gebäude 11 werden mit einem vollständig versickerungsfähigen Rasengitter aus Recyclingkunststoff ausgeführt.
Dem Konzept vorausgegangen ist ein längerer Abstimmungsprozess. In der Ende 2024 gebildeten AG Campusgestaltung wurden Vorschläge diskutiert, abgewogen und weiterentwickelt. Ziel war es, möglichst viele Belange aufzugreifen und ein Konzept zu entwickeln, das im Alltag trägt. Nach der Festlegung von Material und Farbe für die Campus-Allee Ende März läuft nun die planerische Umsetzung.
Die Bauzeit ist derzeit bis Ende August vorgesehen. Einzelne abschließende Arbeiten, etwa Baumpflanzungen, werden jedoch erst im Herbst möglich sein. Und auch danach ist der Prozess nicht ganz beendet: Nach Fertigstellung der Hauptwege soll beobachtet werden, wie die Flächen tatsächlich genutzt werden. So können spätere Wegeführungen innerhalb der Freiflächen sinnvoll ergänzt werden – dort, wo im Alltag echte Laufwege entstehen.
Mit Einschränkungen ist zu rechnen
Ganz ohne Einschränkungen wird es in den kommenden Monaten nicht gehen. Während der Tiefbau- und Pflasterarbeiten wird es partielle Sperrungen einzelner Straßen und Wege geben. Wichtig ist aber: Die Zugänglichkeit aller Gebäude sowie Zufahrts- und Rettungswege haben höchste Priorität. Betroffene Bereiche sollen jeweils vorab informiert werden.
Wenn alles fertig ist, soll der Campus offener, ruhiger und einheitlicher wirken – mit klarer Formensprache, mehr Grün und mehr Raum für Aufenthalt und Erholung. Kurz gesagt: Es entsteht nicht nur ein neuer Weg über den Campus, sondern auch ein Stück neuer Campusalltag.