Kammer-Club
Neues Kulturangebot für junge Leute
Mit einem neuen Angebot wollen die Freien Kammerspiele verstärkt junge Leute ins Haus holen. Jeweils donnerstags von 22 bis 1 Uhr im Foyer öffnet künftig der "Kammer-Club". Los geht's am 18. November 1999.
Er ist auf junge Leute zugeschnitten, die einen anderen Zugriff auf Kunst haben als den der "Hochkultur" und die mit dem Kulturangebot in Magdeburg unzufrieden sind. "Wir wollen die Leute darauf hinweisen, daß es Texte gibt, die sich mit ihrem Leben beschäftigen", sagt Regieassistent Michael Spancy, verantwortlich für den "Kammer-Club". Bedeutsam für ihn der Einfluß des Pop auf junge Leute: "Hier werden große Gefühle einfach schneller und besser übermittelt."
Gemischtes Angebot
Das gemischte Angebot im "Kammer-Club" stellt sich Michael Spancy medienübergreifend vor. Neben Texten sollen auch Dias, Filme (z.B. Dokumentarvideos von Demonstrationen) und Platten vorgestellt werden. Außerdem kooperiert der "Kammer-Club" mit den Computervisualisten der Uni, die Grafiken - auch unterlegt mit Ton - zeigen.
Der "Kammer-Club" möchte auf aktuelle Ereignisse reagieren. Dabei geht es sowohl um Trends im Outfit, kalendarische Jubiläen als auch um das Pressebild, das über Jugendliche vermittelt wird. Dieses könne einer kritischen und durchaus auch ironischen Überprüfung unterzogen werden, stellt sich Spancy vor. Der "Kammer-Club" wird außerdem den "Cocktail der Woche" präsentieren (im übrigen gibt es erschwingliche Getränkepreise).
Die ersten Veranstaltungen sind den Pop-Romanen der 90er Jahre gewidmet, aus denen Schauspieler der Kammer oder die Autoren selber lesen. Am ersten Abend ist der Münchner Autor Rainald Goetz zu Gast und stellt seinen Roman Rave vor. Goetz, Doktor für Geschichte und Medizin, ist 1998 mit seinem Internet-Tagebuch bekannt geworden und beschäftigt sich derzeit damit, Techno zu schreiben. Rave behandelt den "ganz normalen Alltag im Nachtleben". Als musikalische Begleitung gibt's den "Kammer-Club-Rap" mit Matthias Beitmann (Inszenierung "Die Leiden des jungen Werther") und der Hip-Hop-Band "Movie Iga". Intendant Wolf Bunge stellt die Lieblingsplatten von den "Stones" aus seiner Jugendzeit vor.
Die "Kammer-Club"-Karte kostet übrigens 10 Mark und ist eine Spielzeit lang gültig.