Partnerschaftlich verbunden mit Miskolc

15.11.1999 -

Magdeburger Wissenschaftler für Forschungsleistungen und Verdienste geehrt

In diesem Herbst feierte unsere ungarische Partneruniversität ihr 50-jähriges Bestehen in Miskolc. Ihre Vorgängerin wurde im Jahre 1735 als Bergakademie in der Stadt Selemec gegründet. Nach 1919 gehörte diese Stadt zur neugegründeten Tschechoslowakei, die Bergakademie zog nach Sporon als Hochschule für Bergbau, Hüttenwesen und Forstwirtschaft. 1949 musste sie wieder umziehen. In Miskolc nahm sie als Technische Universität Miskolc den Betrieb auf. Gleichzeitig wurde damals eine selbstständige Fakultät für Maschinenbau gegründet. Beide Jubiläen nahmen die ungarischen Partner zum Anlass, auch Magdeburger Kollegen mit einer Ehrendoktorwürde, einer Auszeichung der ungarischen Partneruniversität, einer Jubiläumsdeaille und einer Ehrenprofessur sowie Studierende zu einem Chortreffen einzuladen.

Ehrendoktorwürde für Professor Ziems

Auf Vorschlag der Fakultät für Maschinenbau der Universität Miskolc ernannte die ungarische Hochschule Prof. Dr. Dietrich Ziems vom Institut für Förder- und Baumaschinentechnik, Stahlbau, Logistik (IFSL) zum Ehrendoktor. Die Auszeichnung übergab während der Jubiläumsfeierlichkeiten der der Rektor der ungarischen Universität, Prof. Dr. Lajos Besenyei. (Photo) Gewürdigt wurde mit dieser Ehrung die international anerkannte Tätigkeit des Magdeburger Professors auf dem Gebiet der Materialflusstechnik und Logistik im Bereich der rechnergestützten Planung sowie der Entwicklung von Simulationsmethoden. Die Ehrendoktorwürde ist Anerkennung der Bemühungen Professor Ziems um die Förderung der Beziehungen zwischen den beiden Partneruniversitäten. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Universität Miskolc in Lehre und Forschung bezieht sich insbesondere auf die Unterstützung beim Aufbau des neuen Lehrgebietes Logistik und auf die regelmäßige Durchführung von Gastvorlesungsreihen in Miskolc sowie die Betreuung von ungarischen Praktikanten und Diplomanden in Magdeburg. Im Jahr 1998 wurde in Magdeburg mit finanzieller Unterstützung der ETH Zürich eine Hochschullehrerweiterbildung zu Lehr- und Ausbildungsmethoden auf dem Gebiet der Modellierung und Simulation von Materialflussprozessen für Kollegen von der Universität Miskolc und der Technischen Universität Kosice durchgeführt. In diesem Jahr hielt Dr. Klaus Richter vom IFSL eine Online-Demonstrationsvorlesung via Internet zur Unterstützung kooperativer Ingenieur- und Planungsarbeiten.

Auszeichnung und Jubiläumsmedaille

Für Verdienste bei der Entwicklung der Internationalen Verbindungen der Universität Miskolc erhielt Dr. Elemér Pap vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik eine Auszeichnung der ungarischen Partneruniversität. Prof. Dr. Hans Joachim Kecke, ebenfalls Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik, wurde von der ungarischen Fakultät für Maschinenbau mit einer Jubiläumsmedaille geehrt. Seit über 30 Jahren bestehen enge Kontakte zwischen der Magdeburger Abteilung Strömungstechnik und verschiedenen Lehrstühlen der Miskolcer Universität. Gemeinsam bearbeiteten die Lehrstühle für Strömungs- und wärmetechnische Maschinen (Miskolc) und für Strömungsmaschinen (Magdburg) Forschungsvorhaben; seit 1998 das vom DAAD und dessen ungarischer Partnerorganisation geförderte Projekt Entwicklung und Anwendung eines neuen dreidimensionalen Turbulenzmodelles und seine versuchstechnische Verifizierung mit Hilfe der Digital Particle Velocimetry. Seit 1995 wurden 34 Beiträge zu den Ergebnissen gemeinsamer Forschungstätigkeit in Zeitschriften, Tagungsbänden und Sonderdrucken veröffentlicht. Professor Kecke wurde 1995 mit dem Titel "doctor honoris causa" der ungarischen Universität geehrt. Dr. Pap war 1996 mit einer Gastprofessur an der Universität Miskolc beauftragt. 1997 fand ein gemeinsames strömungstechnisches Kolloquium in Magdeburg statt. Wesentliche Teile der Habilitation eines ungarischen Kollegen entstanden am Magdeburger Institut. Dort wurden auch die Diplomarbeiten von zwei ungarischen Studenten betreut.

Ehrenprofessur für Professor Vajna

An der Fakultät für Maschinenbau der Universität Miskolc erhielt Prof. Dr. Sándor Vajna (Photo), Institut für Maschinenkonstruktion, eine Ehrenprofessur. Verliehen wurde dem Magdeburger Professor für Maschinenbauinformatik der Titel "Professor Honoris Causae", so steht es in der Urkunde, für seine auf den Gebieten der Produktentwicklung und der Rechnerunterstützung erzielten und international anerkannten Ergebnisse. Gewürdigt wurde damit ebenfalls seine Unterstützung der Fakultät für Maschinenbau und insbesondere sein Engagement für die Lehrstühle für Maschinenelemente und für Darstellende Geometrie. Mit der Verleihung der Ehrenprofessur ist Professor Vajna nun auch Mitglied der Fakultät für Maschinenbau der Universität Miskolc. Regelmäßig hält er dort Vorlesungen. Hier in Magdeburg betreut er Miskolcer Studierende, die bei ihm Studien- und Diplomarbeiten schreiben. Den jungen Absolventen ist der gebürtige Ungar auch behilflich, entsprechende Anstellungen in ungarischen oder deutschen Unternehmen zu vermitteln. Die Lehrstühle für Maschinenelemente und für Darstellende Geometrie unterstützt Professor Vajna dabei, Sponsoren für CAD/CAM-Systeme zu finden, da den Kollegen in Miskolc nur äußerst beschränkte Mittel zur Verfügung stehen.

I.P.

Zum Chortreffen in Miskolc

Sieben Stunden Chorproben am Tag, abends zweistündige Heimkonzerte, insgesamt vier Konzerte in verschiedenen Städten und das alles in zehn Tagen! Wer ist so verrückt und nimmt solche zusätzlichen Belastungen in den wohlverdienten Semesterferien auf sich? WIR! Konny, Micha, Erik und Christiane, vier Studenten an der Uni. Wie kam es dazu? Ganz einfach: Die Universität Miskolc hat anläßlich ihres 50. Gründungsjubiläums Chormitglieder ihrer Partneruniversitäten eingeladen, bei einem 10tägigen Treffen zeitgenössische ungarische Komponisten und deren Werke kennenzulernen. Außerdem sollten Musik-Workshops, Exkursionen und Besichtigungsausflüge das Programm vervollständigen. Nach einer abwechslungsreichen Anreise erfuhren wir, daß das Chortreffen einen Tag vorverlegt worden war. So mußten wir das Kennenlernen im Eiltempo nachholen. Außer uns waren noch sechs weitere Deutsche eingeladen, ansonsten Rumänen, Slowaken, Polen, Russen und Japaner. Die nächsten vier Tage verliefen alle ähnlich: Von 9 bis 13 Uhr Proben, bis 15 Uhr Mittagspause, bis 18 Uhr Proben und ab 20 Uhr Heimkonzerte. Die beiden Stücke, die es einzustudieren galt, waren nicht besonders schwierig und größtenteils in Latein. Nach zwei Probeabenden hatten wir auch zwei deutsche Volkslieder und den Choral einer Bachmotette vierstimmig einstudiert ("Ännchen von Tharau", "O Täler weit, o Höhen", "Jesu, meine Freude"). Die letzten zwei Tage vor den Konzerten waren gemeinsamen Proben mit Chor und Orchester in der Turnhalle vorbehalten. Zu unserem Entsetzen klangen die Stücke zusammen mit dem Orchester aufgrund der akustischen Verhältnisse anfänglich etwas disharmonisch. Aber es gelang, uns in die Werke hineinzuhören und am Ende doch Spaß daran zu haben. Und dann ging's los: Unser erstes Konzert gaben wir in der wunderschönen großen Aula der Universität Miskolc. Unsere zweite Konzertstation führte uns nach Eger, einer Stadt zwischen Budapest und Miskolc. Immer besichtigten wir vor den Auftritten auch Sehenswürdigkeiten. Das dritte Konzert gaben wir im Miskolcer Thermalbad Tapolca vor Ehrengästen der Universität. In Budapest fand unser letztes und wichtigstes Konzert, das im Rundfunk übertragen wurde, statt. Mit unseren stark beanspruchten Stimmen versuchten alle noch ein letztes Mal, das Beste zu geben, denn zehn Tage Gesang waren für uns Freizeitsänger doch ungewohnt. Eine Aufnahme des Konzertes sollte später an jede Uni geschickt werden. Alles in allem war es zwar kein Urlaub, aber aufregend, sehr interessant und lehrreich.

KMEC

Letzte Änderung: 15.11.1999 -
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