Begegnungen

11.07.2002 -

Vorträge im Internationalen Begegnungszentrum

Inzwischen zu einer kleinen Tradition geworden, fanden die 4. Tage der Begegnung im April und Mai 2002 im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der Universität statt. Auch in diesem Jahr gaben die Vortragsabende Gelegenheit, mit unseren im IBZ wohnenden ausländischen Gastwissenschaftlern und ihren Familienangehörigen in aufgelockerter Runde interessante Gespräche zu führen und andere Kulturkreise kennen zu lernen. Mit drei Vorträgen beteiligten sich IBZ-Bewohner aktiv an den Begegnungsabenden.

Mohamed Khafagy, der seit 1999 an seiner Promotion im Institut für Sportwissenschaft arbeitet, gab mit schönen Bildern und einem Video Einblick in die ehrwürdige Geschichte seines Heimatlandes Ägypten. Für die Zuhörer waren die Bilder der historischen Stätten des Pharaonenlandes sehr beeindruckend. Der Gast sprach auch über die Hochschullandschaft seines Heimatlandes. Von ca. 70 Millionen Einwohnern studieren in Ägypten gegenwärtig mehr als 600 000 junge Menschen. Der Frauenanteil beträgt etwa ein Drittel.

Dr. Jörge Salazar, der als Gastwissenschaftler am Institut für Analysis und Numerik tätig ist, stellte sein Heimatland Ekuador vor. Besonders beeindruckten dabei die Bilder der Flora und Fauna seines Heimatlandes.

Dr. Ayoub Al-Hamadi, der bereits an unserer Universität studierte und im Vorjahr am Institut für Elektronik, Signalverarbeitung und Kommunikationstechnik promovierte, brachte den Anwesenden mit einer Reise durch den Jemen sein Heimatland nahe. Beeindruckende Photos der Küsten- und Bergregionen sowie der Wüstengebiete zeigten die Schönheiten des für uns weniger bekannten Landes. Die von indischer und afrikanischer Baukunst geprägte Architektur, ausschließlich aus Lehm, Kalk und Stroh auf Gebirgsspitzen gebaute mehrstöckige Häuser, alte Brücken über teilweise bis zu 3000 Meter tiefe Täler, versetzten die Zuhörer in Erstaunen. Die Videoausschnitte über die 2000 Jahre vor der Zeitrechnung gegründete Stadt Sana'a, den berühmten Silberschmuck und die gepflegten Traditionen und Lebensgewohnheiten des 17-Millionen-Volkes gaben Auskunft über die Geschichte des Landes. Die Vereinigung des lange Zeit in Nord- und Südjemen getrennten Landes im Jahre 1990 erinnerten auch an die jüngste deutsche Geschichte.

Den Abschluß der Begegnungsabende bildete dann der Vortrag von Prof. Dr. Herbert Henning von der Fakultät für Mathematik über die Beziehung von Mathematik und Kunst. Anhand von interessanten, mit Bildern belegten, Beispielen zeigte der Vortragende wie "mathematisch" Künstler, wie Max Bill, Albrecht Dürer, Leonardo da Vinci oder M. C. Escher gemalt, ihre Plastiken entworfen und Bauwerke geplant haben und der "Goldene Schnitt" als mathematisches Phänomen in der Kunst eine besondere Rolle spielt.

Wie in den Vorjahren entwickelte sich an den Begegnungsabenden sehr schnell eine gemütliche Atmosphäre und im Anschluß an die Vorträge bei Kaffee und Tee eine lebhafte Diskussion. Die Vorträge waren umrahmt von einer noch zu besichtigenden Ausstellung, in der Schüler des Hegel-Gymnasiums ihre Arbeiten aus dem Kunstunterricht präsentieren.

Die Organisatoren, die sich allerdings eine größere Teilnahme von Angehörigen der Universität gewünscht hätten, dankten allen Referenten für ihre Mühe herzlich.


Autor:in Dr. Joachim Köhler

Letzte Änderung: 11.07.2002 -
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