Zukunkftswerkstatt für nachhaltige Bildung in Europa

Experten aus der Bildungs- und Nachhaltigkeitsforschung diskutierten Ansätze für eine transformative Bildung in Hochschulen und an Schulen 


Der Magdeburger Unicampus wurde Anfang Mai 2026 zum internationalen und interdisziplinären Forum für nachhaltige Bildung, auf dem gut 100 Expert*innen aus der Bildungs- und Nachhaltigkeitsforschung aus der ganzen Welt zusammentrafen. 
Im Zentrum der zweitägigen Konferenz „Growing up the Future: Education for Sustainability“ (GROUFES) stand die Leitfrage: Wie können Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen dazu beitragen, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung, Artenverlust, Migration, soziale Ungleichheit, die Entvölkerung ländlicher Räume und wachsende Zukunftsängste zu bewältigen? Organisiert wurde die Konferenz von Mitgliedern der europäischen Hochschulallianz EUGREEN.

Auf der Konferenz diskutierten die Teilnehmer*innen konkrete Lösungswege, um diesen Herausforderungen mit innovativen Lern- und Lehrkonzepten zu begegnen. Dazu wurden im Sinne einer transformativen Bildung Perspektiven und empirische Ergebnisse aus Forschung und Praxis zusammengebracht mit dem Ziel, die nächste Generation konkret zu befähigen, Krisen zu verstehen, zu gestalten und zu bewältigen. 

 

Austausch zu den Posterpräsentationen. (Foto: Prof. Dr. Karina Becker)


Forscher*innen, Lehrkräfte und Praktiker*innen griffen die Leitfrage in acht thematischen Panels auf. Das Spektrum reichte von nachhaltiger Hochschullehre und dem Campus als „Living Lab“ über die Ökologisierung von Bildung und neue Formen des Storytellings bis hin zu Critical Thinking als Schlüsselkompetenz gegen Desinformation, Fragen der Teilhabe in einer postmigrantischen und inklusiven Gesellschaft sowie generationenübergreifendem Lernen. Ergänzt wurde das Programm durch Workshops, Outdoor-Aktivitäten, Posterpräsentationen sowie gemeinsame Future Research Forums, bei denen internationale Kooperationen angebahnt, gemeinsame Forschungsfragen geschärft und Perspektiven für künftige Forschungsprojekte entwickelt wurden.

Lehrkräfte wichtigste Triebkräfte für einen transformativen Wandel hin zur Nachhaltigkeit

In drei zentralen Vorträgen (Keynotes) setzten renommierte Wissenschaftler*innen thematische Akzente: Der Anthropologe Timothy Ingold, Professor Emeritus of Social Anthropology an der University of Aberdeen, erinnerte in seinem Vortrag zu „On Building a University for the Common Good“ an die Prinzipien „freedom, trust, education and community“, auf denen jede Universität beruhen muss. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Böcher von der OVGU schlug vor, neben Ökologie, Ökonomie und Soziales Politik als vierte Säule von Nachhaltigkeit zu denken. Die Expertin für frühkindliche Bildung Prof. Dr. Eva Ärlemalm-Hagsér von der Mälardalen University (MDU) in Schweden hob in ihrem Vortrag hervor, dass Lehrkräfteausbilder und Lehrkräfte auf allen Ebenen des Bildungssystems eine der wichtigsten Triebkräfte für einen transformativen Wandel hin zur Nachhaltigkeit sind.

Roundtable zum Abschluss der Konferenz. (Foto: Jolina Kurth)

 

Beim abschließenden Roundtable wurden die Ergebnisse aus den verschiedenen Panels der zweitägigen Konferenz gebündelt und Meilensteine für weitere Forschungen definiert sowie der Best Paper Award für Dr. Gabriela Gliga (ATU Irland), Dr. Noor Alsayed (Ahlia University, Bahrain), Dr. Ana-Maria Bores (Ştefan cel Mare University of Suceava, Romania) und Dr. George Onofrei (ATU Irland) für ihren Vortrag zu „Learning in Paradox: Student Engagement with Sustainability in Higher Education“ verliehen.

AUTORIN: Prof. Dr. Karina Becker

Letzte Änderung: 15.06.2026 -
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