Studententage
Die Magdeburger Studententage 2002 - Eine Auswahl im Rückblick
Große Geburtstagsparty
Endlich war es soweit - Ottos große Geburtstagsparty sollte gefeiert werden. Seit Monaten hatten die Vereine "KulturSzeneMagdeburg", "stattkultur" und "festungmark" die Benefizveranstaltung vorbereitet. Einnahmen aus Tombola und Gastronomie sollen der künftigen KulturFestung Mark zwischen Hohepfortewall und Tränsberg zugute kommen.
Um 11 Uhr Platzregen. Noch war ja Zeit. Um 15 Uhr, als die Party richtig los gehen sollte, regnete es inzwischen die sprichwörtlichen Strippen. Lange Gesichter bei den Veranstaltern, denn Gäste wagten sich kaum auf den Parkplatz vor dem Gebäude 09, der mit Bühne, Getränke- und Grillwürstchen-Ständen, Bänken sowie Kaffee- und Kuchen-Angebot in einen Partygarten verwandelt worden war. Das Sax'n-Anhalt-Orchester bemühte sich redlich, ein wenig heitere Stimmung aufkommen zu lassen. 17.30 Uhr immer noch Dauerregen - das Nachmittagsprogramm war gekippt und für das Abendprogramm wurde ständig neu disponiert.
Gegen 19 Uhr fielen nur noch vereinzelt Regentropfen aus den dicken grauen Wolken. Aufatmen. Dr. Rüdiger Koch, Beigeordneter für Kultur der Stadt Magdeburg, begrüßte die ersten Gäste. Die Otto-von-Guericke-Gesellschaft zeigte historische Experimente. Dann spielten die Blues Jackets auf und gegen den Regen an, lockten stimmgewaltig das Publikum unter den eigentlich zum Schutz vor Sonne aufgestellten Schirmen hervor, um vor der Bühne zu tanzen. Es gelang. Die Stimmung war toll. Und das begeisterte Publikum entließ sie nur nach einer Zugabe. Mit einer Feuerperformance geleiteten Spieler des Puppentheaters in die hereinbrechende Dunkelheit. Vor der Bühne drängelten sich die Partygäste als Paula aus Berlin auftrat.
Zu vorgerückter Stunde begrüßten Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann und Otto von Guericke höchstpersönlich die Partygäste. Kurz vor Mitternacht die Auslosung der Tombolagewinner. Sponsoren hatten jede Menge tolle Preise gestiftet. Zum Abschluss der großen Geburtstagsparty dann die Lasershow, die eine Bogen von den historischen Wurzeln der Uni zu den Zukunftstechnologien der modernen Physik spannte. Auch wenn es zur Lasershow bereits wieder regnete, kann doch mit Fug und Recht gesagt werden: Das war eine gelungene Geburtstagsparty!
Waren die Veranstalter auch dieser Meinung? "Auf jeden Fall", unterstreicht Christian Szibor von der KulturSzeneMagdeburg e.V. "Wir sind schon etwas stolz, eine auf dem Campus bis dahin wohl einmalige Veranstaltung ohne Steuergelder und städtische Fördermittel organisiert zu haben. Der Kostenrahmen belief sich immerhin auf über 25 000 Euro. Hinzu kommen die unvergüteten Arbeitsleistung vieler Vereinsmitglieder und Studenten - etwa 70 waren zum Teil mehr als 24 Stunden im Einsatz. Die Tombola erbrachte 1 200 Euro Einnahmen für das ,Festungskonto'. Wir sind wirklich froh, dass alles gut gelaufen ist und bedanken uns bei den vielen Helfern und den Sponsoren. Ganz besonders danken wir dem Studentenwerk und der Hochschulleitung für die gute Zusammenarbeit. Außerdem war die Party einen gelungen Werbung für die Kulturfestung - wir haben viele Sympathiebekundungen nicht nur von Studierenden, sondern auch von der Magdeburger Bevölkerung erhalten."
Ines Perl
Satirische Sticheleien
Sechs Wochen tourte das Studentenkabarett ROhrSTOCK im Frühjahr 2002 durch Großbritannien, Frankreich und die USA. Nun sind die Kabarettisten von der Waterkant wieder in Deutschland unterwegs. Während der Studententage machten sie auf Einladung ihrer Magdeburger Kabarettkollegen vom "Prolästerrat für Studienungelegenheiten" auch an unserer Uni Station. Vor ausverkauftem Haus - CampusTheater - präsentierten sie einem begeisterten Publikum ihr aktuelles Programm "Die Rache der Besonnenheit".
Seit Ende 2001 spielt ROhrSTOCK dieses Programm. Und doch ist es so aktuell, als sei es eben erst aus der Feder der studentischen Kabarettisten geflossen. Ihre Auslandstournee haben die Rostocker genutzt, ihr Programm politisch auf dem Laufenden zu halten. Denn das preisgekrönte Ensemble nimmt schon lange nicht mehr nur studentische Alltagsthemen auf die satirische Schippe, sondern macht richtig gutes politisches Kabarett: Fünf aberwitzige Agenten unterwandern das Land, um finstere Machenschaften terroristischer Banden, Schurkenstaaten und Brutalinskis aufzudecken. Agentennachwuchs rekrutieren sie dazu aus dem Publikum - zumindest versuchen sie es mit Plan B, Weiterbildung und Diavorführungen. Während einer Ballonfahrt werden geo-ökonomische Voraussetzungen für deutsche Investitionen in zerstörten Ländern wie Afghanistan - sprich Standorte für ALDI und Toys"r" Us - erkundet. Als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme werden Bodygards für Bundeswehrsoldaten, die in Krisengebieten im Einsatz sind, propagiert. Daraus könnte bald eine Vollbeschäftigung werden. Wegen einer Bombendrohung muss das Programm kurz unterbrochen und das Publikum evakuiert werden. Ernst oder nur eine Übung?
König Schrader und sein Widersacher Roiber buhlen danach um die Gunst eines Inselvolkes. Wahlen stehen bevor. Parallelen zu Deutschland? Justitia bemüht längst vergangene Helden wie Robin Hood, Claus Störtebecker, Jeanne d'Arc und Rosa Luxemburg, um die in Gefahr geratene Gerechtigkeit zu schützen. Witzig die jeweilige Kostümierung, die von Robin Hood in Strumpfhosen - Pardon Leggins - bis hin zum hoch aufgerüsteten Elitesoldaten reicht.
Die Lieder - begleitet von Gitarre und Geige und hervorragend interpretiert - sind die Brücken im Programm: die Agentenhymne, das Lied, das Mut macht, sich auf den Kampf - Studium genannt - im akademischen Schützengraben einzulassen oder das Lied über den Polizisten, der sich in die Demonstrantin Lena verknallt hat.
Der Abend war durch und durch amüsant und reich an satirischen Bildern, die nicht nur zum Lachen, sondern ebenso zum Nachdenken anregten. Mit ihrem bunten Themen-Mix trafen die Kabarettisten von ROhrSTOCK den Nerv des Publikums.
Ines Perl
Im Drachenboot auf dem Salbker

19 Mannschaften kämpften beim 3. Drachenboot open am Salbker See um den Pokal des Rektors. Die Rennstrecke betrug 200 Meter. Den Pokal gewonnen hat Titelverteidiger "Spowi Rakete I". Das Prominentenrennen, ausgetragen zwischen einer Mannschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Universität, entschied die Crew um Uni-Rektor Klaus Erich Pollmann für sich. (Photo) Das Drachebootpaddeln wurde organisiert vom Sportzentrum. Zu Gast waren die Wettkämpfer beim Wassersportverein Buckau-Fermersleben e.V. Fünf Wettkampfboote stellte er für die spannenden Wettkämpfe zur Verfügung.
Drachenbootrennen stammen aus Ostasien und besitzen eine über 2000-jährige Tradition. Die langen schmalen Boote sind mit Drachenköpfen geschmückt. Zur Mannschaft, die in diesem Jahr gemischt an den Start gingen, gehören 20 Paddler, ein Steuermann sowie der Trommler.
Ines Perl