Ferienschule für Physiker
Quantenpunkten und Nitriden auf der Spur
Die WE-Heraeus-Stiftung förderte in diesem Jahr wieder eine Ferienschule für Physik an unserer Universität. Interessierte Physikstudentinnen und -studenten höherer Semester sowie Diplomanden und Doktoranden aus der gesamten Bundesrepublik informierten sich über "Halbleiter für die Optoelektronik: Quantenpunkte und Nitride". Diese hochaktuelle Thematik der Ferienschule steht im Zentrum der "High-Tech"-Forschung in der Halbleiterphysik in Magdeburg.
Rote, grüne, blaue LED's
Seit Mitte der 80er Jahre haben Halbleiterbauelemente Einzug in unser Alltagsleben gehalten; sei es in Form von lichtemittierenden Dioden (LED's) oder Lasern an der Supermarktkasse, im CD-Player oder in der Fernbedienung des Fernsehers. Diese Halbleiter haben optoelektronische Eigenschaften, sie können Licht aussenden. Während bereits seit längerer Zeit sehr leistungsfähige Halbleitermaterialien für den roten und grünen Spektralbereich verfügbar sind, wurde erst 1995 in Japan eine blau emittierende LED auf der Basis von Galliumnitrid zur Marktreife gebracht.
Halbleiter-Nanostrukturen, sogenannte Quantentöpfe, Quantenfäden und Quantenpunkte, besitzen in einer, zwei oder in allen drei Raumrichtungen eine Ausdehnung von nur wenigen Atomen. Die räumliche "Einsperrung" der freien Ladungsträger im Halbleiter (Elektronen und Löcher) führt zu völlig neuartigen physikalischen Eigenschaften. Sie liefern nicht nur einen Zugang zu einer neuen Physik, sondern sie bieten gleichzeitig ein immenses Innovationspotential für eine Vielzahl völlig neuartiger Quanten-Bauelemente der Nanoelektronik und Optoelektronik.
Neben den eigentlichen "Lectures" und Laborbesichtigungen waren persönliche Kontakte zwischen Studierenden und Lehrenden möglich. Die Vortragenden, deren Liste ein "who is who" der Forschung in Deutschland auf diesem Gebiet war, sollten gewissermaßen als Wissenschaftler zum Anfassen, Interesse an dieser "HighTech"-Forschung wecken.