Was ein Klick nicht zeigt: wie die Universitätsbibliothek Zugang zu Wissen schafft
Ein Klick auf einen Zeitschriftenartikel und der Volltext öffnet sich. Eine Recherche in einer Fachdatenbank. Ein Artikel wird bei einem renommierten Verlag eingereicht und kann Open Access erscheinen, ohne dass die Rechnung anschließend auf dem eigenen Schreibtisch landet.
Im Universitätsalltag wirkt vieles davon selbstverständlich, obwohl es ein Privileg ist, das wir hier an der OVGU haben.
Am 28. September 2026 erinnerte der „Internationale Tag des allgemeinen Informationszugangs“ daran, dass der Zugang zu Information eine wesentliche Voraussetzung für Bildung, Wissenschaft und gesellschaftliche Teilhabe ist. Was muss geschehen, dass Wissen dort ankommt, wo es gebraucht wird?
Information ist heute im Überfluss vorhanden. Verlässliches Wissen dagegen ist weder automatisch frei zugänglich noch kostenlos. Elektronische Zeitschriften, E-Books und Datenbanken unterliegen Lizenzen, wissenschaftliches Publizieren kann erhebliche Kosten verursachen. Gleichzeitig stellen KI, Desinformation und eine kaum überschaubare Menge an Informationen neue Anforderungen an die Fähigkeit, Quellen zu finden und einzuordnen.
Vieles von dem, was den Zugang zu Wissen an der OVGU ermöglicht, geschieht im Hintergrund. Die Universitätsbibliothek lizenziert wissenschaftliche Literatur, Zeitschriften und Datenbanken und organisiert die entsprechenden Zugänge für die Universität. Was nicht vorhanden ist, kann für Mitarbeitende und Studierende beispielsweise über einen Medienwunsch erworben oder über die Fernleihe kostenfrei aus anderen Bibliotheken beschafft werden. So entsteht eine Informationsinfrastruktur, die im besten Fall kaum auffällt – gerade, weil sie funktioniert.
Besonders sichtbar wird die Unterstützung beim wissenschaftlichen Publizieren. Die OVGU investiert gezielt darin, Forschung nicht nur entstehen zu lassen, sondern sie auch zugänglich zu machen. Über die UB bestehen Publikationsvereinbarungen mit zahlreichen großen Wissenschaftsverlagen. Dazu gehören die bundesweiten DEAL-Verträge mit Elsevier, Springer Nature und Wiley, aber auch Vereinbarungen mit ACS, ACM, Cambridge University Press, IEEE, Oxford University Press, SAGE und Taylor & Francis. Unter den jeweiligen Voraussetzungen können Angehörige der OVGU dort Open Access publizieren, ohne die Publikationskosten selbst zu tragen.
Und auch, wenn ein Verlag nicht über eine solche Vereinbarung abgedeckt ist, lohnt sich die Nachfrage bei der UB. Die Rechnung wird dabei in der Regel direkt von der Universitätsbibliothek beglichen.
UB übernimmt die zentrale Koordination für Open Access
Das alles ist keineswegs selbstverständlich. Es zeigt, welchen Stellenwert die OVGU dem offenen Zugang zu den Ergebnissen ihrer Forschung gibt. Ihre Open-Access-Policy fördert damit ausdrücklich eine bessere Sichtbarkeit der Publikationen und der Universität sowie Impulse für Forschung und Innovation in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die UB übernimmt dabei die zentrale Koordination für Open Access.
Für Wissenschaftler*innen bedeutet das ganz praktisch, dass es sich lohnt, die UB früh einzubeziehen. Welcher Publikationsweg passt zu meinem Vorhaben? Gibt es für meine Zeitschrift bereits einen Vertrag? Können Publikationskosten übernommen werden? Darf ein bereits erschienener Artikel zusätzlich frei zugänglich gemacht werden? Wie wird meine Forschung besser gefunden und eindeutig der OVGU zugeordnet? Welche Recherchemöglichkeiten gibt es für mein Projekt? Und wie vermittle ich Studierenden einen souveränen Umgang mit wissenschaftlichen Informationen? Bei all diesen Fragen sitzt in der UB mehr Expertise als von außen sichtbar ist.
Der „Internationale Tag des allgemeinen Informationszugangs“ lenkt damit den Blick auf etwas, das im Hochschulalltag leicht selbstverständlich erscheint. Wissen muss nicht nur entstehen. Es braucht Wege, auf denen Menschen es finden, beurteilen und nutzen können.
Informationszugang ist Teilhabe. Und wenn an der OVGU ein wissenschaftlicher Artikel mit einem Klick verfügbar ist oder Forschung frei zugänglich veröffentlicht werden kann, steckt dahinter oft mehr Universität (und mehr Bibliothek) als dieser eine Klick vermuten lässt.
Text: Carina Kröber