Virtuelle Technologie als Wettbewerbsvorteil

31.07.2006 -

9. IFF-Wissenschaftstage zeigten Trends, Entwicklungen und Best-Practice-Beispiele

Mit 400 Teilnehmern aus Industrie und Wissenschaft war die Beteiligung bei den 9. IFF-Wissenschaftstagen 2006 stärker als jemals zuvor. In einer internationalen Fachtagung und in zusätzlichen Workshops wurden Trends, Entwicklungen und Best-Practice-Beispiele aus den Bereichen Virtual Reality und Logistik vorgestellt und diskutiert.

Große Resonanz

"Die Mischung aus wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen aus der Industrie schafft die Grundlage für Fachgespräche und die Anbahnung neuer Industrie-Projekte", meint Prof. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg. Forscher und Experten aus 15 Ländern diskutierten Ende Juni 2006 in Magdeburg. Eingebunden waren Partner aus laufenden Industrie- und Forschungsprojekten.

Insbesondere im Bereich der virtuellen und erweiterten Realität entwickelt sich Magdeburg zu einem europaweit wahrgenommenen Forschungszentrum. Bei Entwicklungs- und Technologiechefs von Wirtschaftsunternehmen stieß die zweitägige Tagung Virtual Reality und Augmented Reality zum Planen, Testen und Betreiben technischer Systeme auf große Resonanz, da man sich von den virtuellen Technologien entscheidende Wettbewerbsvorteile beim Entwickeln, Testen und Herstellen neuer Produkte erhofft. Die internationale Fachtagung organisierte das Fraunhofer IFF in enger Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität. Durch die aktive Teilnahme von Prof. Ulrich Gabbert, Prof. Karl-Heinrich Grote, Prof. Bernhard Karpuschewski und Prof. Roland Kasper von der Fakultät für Maschinenbau, Jun.-Prof. Michael Dick, Prof. Klaus Jenewein und Prof. Winfried Marotzki von der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Prof. Bernhard Preim von der Fakultät für Informatik und Prof. Matthias Pross von der Medizinischen Fakultät war eine fachübergreifende Vernetzung der einzelnen Disziplinen sichergestellt.
Darüber hinaus wurden das Kompetenznetzwerk zur virtuellen und erweiterten Realität ViVERA, das europäische Forschungsprojekt VIRTHUALIS, das Europäische Exzellenznetzwerk INTUITION und zahlreiche Partner aus Projekten der EU-Forschungsförderung eingebunden.

Praxispartner

Eröffnet wurde die Fachtagung mit zwei wissenschaftlichen Beiträgen und einem Praxisbeispiel aus der Automobilindustrie. Das Kompetenznetzwerk ViVERA und das europäische Exzellenznetz INTUITION berichteten über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich virtuelle und erweiterte Realität. Der Autokonzern AUDI präsentierte die Herausforderungen, vor denen ein internationales Unternehmen mit globalen Produktionsnetzwerken steht, und welche Lösungen der virtuellen Logistik- und Produktionsplanung bereits realisiert sind. Insbesondere die Luftfahrt- und Automobilindustrie, aber auch andere Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Schiffbau und Medizintechnik setzen virtuelle Technologien bereits ein. Nach wie vor besteht aber großer Forschungsbedarf. Unternehmen wie AIRBUS, AUDI, BMW, DaimlerChrysler, Lürssen Werft, MTU Friedrichshafen, Opel, Siemens und Volkswagen sandten leitende Angestellte, Entwicklungschefs und IT-Spezialisten, um sich über Trends zu informieren und weiteren Entwicklungsbedarf mit Forschern zu diskutieren.

Der zweite inhaltliche Schwerpunkt waren Technologien und Lösungen, um die zunehmenden internationalen Warenflüsse sicherer und transparenter zu machen. Besondere Bedeutung haben hierbei RFID und die Satellitennavigationstechnik. Mit dem Start des Satellitennavigationssystems Galileo entsteht die Grundlage für eine Vielzahl von neuen Anwendungen und Dienstleistungen, die es erlauben, die Logistik intelligenter und die Prozesse zuverlässiger zu gestalten. Sowohl für die Region Mitteldeutschland als auch für die Bundesrepublik insgesamt bietet die Logistik enormes Entwicklungspotenzial bei steigenden ökonomischen und ökologischen Herausforderungen.


Autor:in Herbert Siegert

Letzte Änderung: 31.07.2006 -
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