Von Magdeburg beeindruckt

13.06.1999 -

Humboldt-Stipendiat forschte sechs Monate in AG Biophysik

Von der Academia Sinica in Taiwan weilte Dr. Chi Keung Chan für sechs Monate zu einem Forschungsaufenthalt in Prof. Dr. Stefan Müllers Arbeitsgruppe Biophysik am Institut für Experimentelle Physik. Zum Abschluß seines Aufenthaltes sprach UNI-REPORT mit dem von der Alexander von Humboldt-Stiftung geförderten Wissenschaftler über seine Eindrücke.

Woran haben Sie hier in Magdeburg gearbeitet? In der Arbeitsgruppe Biophysik war ich einbezogen in die Erfroschung von Strukturbildungen in chemischen und biologischen Systemen. Dabei ging es beispielsweise um die Frage, mit welchen Mitteln sich drehende Spiralwellen beeinflußt werden können.

Wie kam es zur Unterstützung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung? An der Academia Sinica war eine Informationsveranstaltung zu den Förderprogrammen der Stiftung. Von Freunden erhielt ich den Namen und die e-mail-Adresse von Professor Müller. Wir nahmen Kontakt auf. Ein Stipendium für sechs Monate wurde beantragt und bewilligt. Im Dezember 98 begann der Forschungsaufenthalt in Magdeburg. Meine Frau, die mich begleitete, und ich sind der Humboldt-Stiftung für die großzügige Unterstützung sehr dankbar.

Wie hilft Ihnen dieser Aufenthalt in Ihrer beruflichen Entwicklung weiter? Das Hauptanliegen meines Aufenthaltes hier in Magdeburg war es, die Arbeit in der Biophysik und neue Forschungsmöglichkeiten kennenzulernen. In unserem Labor in Taiwan wird ein neues Programm zur Biophysik beginnen. Die Arbeiten an Problemen, die ich hier in Magdeburg nicht beenden konnte, werde ich dort fortsetzen können, und hoffentlich ergeben sich auch neue Projekte. Wenn es gelingt, an der Akademie eine leistungsfähige Forschungsgruppe in der Biophysik aufzubauen, möchten wir gern in einer engen Zusammenarbeit die Erfahrungen Professor Müllers auf diesem Gebiet nutzen.

Welchen Eindruck haben Sie von den Arbeitsbedingungen im Labor und an der Universität? Professor Müllers Labor ist sehr gut ausgestattet. Die Studenten und Kollegen waren sehr freundlich. Mit ihrer Hilfe konnte ich die notwendigen Behörden-Formalitäten in wenigen Tagen erledigen. Gewünscht hätte ich mir einen Kurz-Kurs in Deutsch, da für Kurzzeit-Gastwissenschaftler wie mich die Zeit für einen Intensivkurs oft fehlt. Während meiner Postdoc-Zeit in Frankreich waren die wöchentlich zwei Stunden Französisch-Unterricht wirklich hilfreich. Besonders angenehm war die Unterbringung im Internationalen Begegnungszentrum. Ich habe in Gästehäusern in Japan, den USA, Frankreich, Hong Kong und Taiwan gewohnt. Das IBZ war das beste. Einmal ließen wir den Schlüssel innen an unserer Appartmenttür stecken. Wir meldeten den Vorfall. Als wir zurückkamen, wartete bereits der Schlosser. Wir waren beeindruckt von der schnellen Lösung des Problems und dankbar dafür. Leider vergaßen wir, den Schlosser nach dem Namen zu fragen.

Welchen Eindruck haben Sie von Magdeburg? Magdeburg ist eine schöne Stadt, in der viel Neues entsteht. Wir haben einen positiven Eindruck von der Landeshauptstadt mit ihrem Dom, einem schönen Theater und vielen Parks, die uns viel öfter als in Taiwan zu Spaziergängen eingeladen haben. Diesen Eindruck können auch die Demonstrationen der Rechten nicht trüben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Letzte Änderung: 13.06.1999 -
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