Unternehmer und Forscher
Humboldt-Stipendiat Dr. Vivek Srivastava
In seinem Heimatland Indien hat Dr. Vivek Srivastava 2005 ein Start-up aus dem renommierten Institute of Science in Bangalore gegründet. Der junge Unternehmer ist jedoch vornehmlich Wissenschaftler und deshalb entschied er sich zu einem Forschungsaufenthalt in Magdeburg. Sein Partner kümmert sich in dieser Zeit um die Firma, in der fünf Mitarbeiter beschäftigt sind. Moderne Kommunikationstechnologien wie Internet und E-Mail ermöglichen ihm, stets in Kontakt mit seiner Firma im fernen Indien zu bleiben.
Auf Einladung
Gefördert wird der Aufenthalt des Wissenschaftlers am Institut für Werkstoff- und Fügetechnik von der Alexander von Humboldt-Stiftung. Er folgte einer Einladung von Prof. Dr. Martin Heilmaier, Inhaber des Lehrstuhls Werkstoffprüftechnik, der selbst mit Unterstützung der Humboldt-Stiftung in Australien und den USA zu Forschungsaufenthalten war. Die internationalen kulturpolitischen Beziehungen Deutschlands und die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland durch Länder- und Fächergrenzen überschreitende Zusammenarbeit von Spitzenforschern zu stärken, ist das Ziel der Alexander von Humboldt-Stiftung. Sie ist ein sehr erfolgreiches Instrument des Austauschs von Wissenschaftlern.
Hier an der Universität beschäftigt sich Dr. Srivastava mit dem Kriechverhalten von oxyddispersionsgehärtetem Kupfer (und dessen Legierungen). Diese finden als Kontaktwerkstoffe und Hochtemperaturwerkstoffe Anwendung z.B. auch in Raketenantrieben. Eine Publikation zu seinen Forschungsergebnissen, gemeinsam mit einer Diplomandin erarbeitet, ist bereits erschienen, zwei weitere sind in Arbeit. Am Institut ist der Gast aus Indien in die Betreuung von Studierenden mit einbezogen. Bemerkenswert sei für den Gast, dass anders als in Indien und Großbritannien, wo er promovierte, die Forschungsarbeit und das Wissen in Deutschland sehr personenbezogen ist. Es gebe viele Experten, die sehr spezialisiert seien.
Zum Deutschkurs
Bevor er seine Arbeit in Magdeburg begann, besuchte Dr. Srivastava einen Deutschkurs in Leipzig. "Das war sehr interessant für mich. Dort habe ich viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennengelernt", erinnert er sich. "Und ich erfuhr mehr über die doch recht unterschiedliche Kultur in Deutschland und seine reiche Geschichte." Noch etwas ist dem indischen Gast aufgefallen: "Das alltägliche Leben ist in Deutschland selbsterklärend. Überall sind Hinweisschilder, gibt es Infomaterial mit Hinweisen und Erläuterungen. Und wenn an der Straßenbahnhaltestelle steht, dass eine Bahn kommt, dann kommt sie auch, vielleicht fünf oder zehn Minuten später, aber sie kommt." Die Menschen hat er in Leipzig wie in Magdeburg als sehr freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Magdeburg gefalle ihm sehr. Einerseits sei es sehr modern mit vielen neuen Bauten. Anderseits treffe man beim Bummel im Elbauenpark oder entlang der Elbe Bekannte, ganz wie in der Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Mit anderen indischen Studierenden und Promovenden trifft er sich gern zum Cricketspielen. Im Internationalen Begegnungszentrum fühlt sich Dr. Srivastava richtig gut aufgehoben: "Das ist einfach fantastisch."