Ausstellung zum Anfassen
BUGA-Turm offiziell eröffnet
Auf einer 100 Hektar großen ehemaligen Mülldeponie und einem seit der Jahrhundertwende genutztem Kasernengelände, wo Panzer und Granaten die Natur vernichteten, entstand in nur drei Jahren die blühende Landschaft der BUGA 99. Ein Wahrzeichen der Gartenschau: der Jahrtausendturm. Er beherbergt auf fünf Ebenen eine Ausstellung zu 6000 Jahre Entwicklungsgeschichte der Menschheit.
Im Beisein des Schweizer Generalkonsuls der Länder Sachsen und Thüringen, Walter Kägi, übergab Dr. Georg Müller vom Zürcher Forum Ende Mai offiziell den BUGA-Turm mit der Ausstellung So wurde die Welt verändert. In einem Pressegespräch umriß der Schweizer Wissenschaftler Müller die Philosophie und das Konzept der Ausstellung, "die Menschheitsgeschichte erlebnisreich und nachvollziehbar in Szene zu setzen". Und die Ausstellung in einem dafür "maßgeschneiderten" Gebäude zu präsentieren, sei mit dem architektonisch imposanten Holzturm gelungen. Großzügige Innenräume, ein Umfeld, das den Betrachter Distanz und Bewegungsfreiheit einräumt und Zusammenhänge vermittelt, faszinierten die Besucher, charakterisiert Georg Müller den Turm.
Wie ein Panorama
Auf dem Spaziergang durch die Turmausstellung breite sich die Menschheitsgeschichte wie ein Panorama aus, beginnend in der prähistorischen Zeit über das alte Babylon bis zum Mittelalter und der Neuzeit und weiter zu den großen wissenschaftlichen Leistungen der Gegenwart mit Blick in die Zukunft. Harmonisch eingebunden in die Ausstellung sind Experimentier- und Spielstationen, wie das Holzrad, das römische Äquadukt oder die Guericke-Versuche.
Als spannend und produktiv bezeichnete Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann den Gedanken der Ausstellung. Er verwies auf die gelungene Einheit der Darstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die einen interessanten und phantasievollen Akzent in sich birgt.
Betreut wird die Ausstellung im BUGA-Turm von der Otto-von-Guericke-Gesellschaft.
Auch Institute der Universität bereichern die Ausstellung im Turm sowie das Aktionsprogramm während der BUGA. Die Abteilung Biophysik gestaltet den Abschnitt Dynamische Strukturbildung in reaktiven Lösungen. In Life-Experimenten, audiovisuellen Vorführungen sowie auf begleitenden Schautafeln wird die spontane Entstehung von räumlichen und zeitlichen Strukturen in ursprünglich einheitlichen Medien vorgestellt.
Alte und neue Spiele
Vom Institut für Maschinenmeßtechnik und Kolbenmaschinen wird das Beispiel Rußemission von Dieselmotoren vorgestellt. Wie sich der Rußausstoß eines Diesel-PKW in den vergangenen zehn Jahren entwickelte, ist in einer Vitrine durch Rußmengen in Meßzylindern anschaulich dargestellt. Ein Video vermittelt einen Eindruck von Form und Größe der Rußpartikel.
Eine Projektgruppe des Instituts für Sportwissenschaft entwickelte eine Spielkonzeption. Ausgesucht wurden über 300 alte, neue oder aus fernen Ländern stammende Spiele. Simple Regeln und einfache Materialen erlauben ein schnelles Mitmachen. Eine Besonderheit sind die vergessenen Spiele auf dem Kleinen Cracauer Anger, dem ersten Magdeburger "Spielplatz" für große Leute.
Hier konnte nur eine kleine Auswahl an Projekten der Uni gemeinsam mit der BUGA vorgestellt werden. Um weitere kennenzulernen, lohnt auf jeden Fall ein Besuch der Gartenschau.