OVGU als Impulsgeberin für regionale Innovation im europäischen Netzwerk

Anne Herbik koordiniert internationale Zusammenarbeit und stärkt Austausch zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Politik zu regionaler Entwicklung

 

Dr. Anne Herbik, Koordinatorin von EU GREEN an der OVGU, wurde zur Vorsitzenden der thematischen Gruppe „Regionale Innovationsökosysteme” in ForEU4ALL gewählt. Sie sprach mit Alexandra Reilly über ForEU4ALL, die Gruppe „Regionale Innovationsökosysteme“, ihre Aufgaben als Vorsitzende der Gruppe und die Erarbeitung von Empfehlungen. 

 

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl. Bitte erläutern Sie den Leserinnen und Lesern, was FOREU4ALL ist.

FOREU4ALL ist ein Zusammenschluss aller europäischen Hochschulallianzen im Rahmen der European Universities Initiative. Ziel dieses Netzwerks ist es, den Austausch zwischen den Hochschulallianzen zu fördern und gemeinsame Herausforderungen strukturiert zu bearbeiten. Dazu gehören Fragen wie: Wie können Führungsstrukturen gestaltet werden? Wie lassen sich diese Allianzen regional verankern und wie fördern sie Innovationen? Aber auch Diskussionen zu einer nachhaltigen Finanzierung gehören dazu. FOREU4ALL sieht sich als gemeinsame Stimme der Hochschulallianzen gegenüber der Europäischen Kommission und weiterer – insbesondere politischen – Akteure.

 

 

Wie unterstützt die thematische Gruppe „Regionale Innovationsökosysteme“ die Allianzen konkret?

In dieser thematischen Gruppe tauschen sich über 50 Hochschulallianzen aus, wie sie ihre regionale Rolle gezielt weiterentwickeln und stärken können. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit der Hochschulen mit lokalen Unternehmen, Behörden und der Zivilgesellschaft, um gesellschaftliche Herausforderungen effektiver und gemeinschaftlich anzugehen. Die Arbeit der Gruppe orientiert sich u. a. an regionalen Smart-Specialization-Strategien sowie an zentralen europäischen Prioritäten wie Zusammenarbeit, Digitalisierung und grüne Transformation. Bereits erfolgreiche Ideen aus den Regionen werden systematisch aufgegriffen, gemeinsam reflektiert und für andere Kontexte nutzbar gemacht.

 

Wo ordnet sich dabei die OVGU ein?

Die Position ermöglicht es der OVGU, Strategien und Initiativen zur Förderung regionaler Innovationen mitzugestalten, die sowohl den Prioritäten der EU als auch den regionalen Bedürfnissen entsprechen.

Durch den aktiven Austausch von Wissen und zu bewährten Verfahren zwischen den teilnehmenden Hochschulen und regionalen Interessengruppen, darunter Unternehmen, Behörden und Gemeinschaftsorganisationen, können wir viel dazulernen. Diese Zusammenarbeit unterstützt das Engagement der OVGU im Rahmen von EU GREEN, gesellschaftliche Herausforderungen durch Innovation anzugehen, zur regionalen Wirtschaftsentwicklung beizutragen und die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern.

 

Was sind Ihre Aufgaben als Vorsitzende der Gruppe „Regionale Innovationsökosysteme"?

Als Vorsitzende koordiniere ich mit 3 weiteren internationalen Kolleg*innen die Arbeit der thematischen Gruppe. Neben dem Setzen von inhaltlichen Schwerpunkten und der Moderation gemeinsamer Treffen gehört dazu auch ganz klassische organisatorische Arbeit, bspw. Termine planen. Zusätzlich wollen wir die Ergebnisse der Gruppenarbeit in FOREU4ALL sowie gegenüber politischen Entscheidungsträgern sichtbar zu machen.

 

Was haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen?

Es ist mir wichtig, dass durch die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe ein echter Mehrwert und Synergien entstehen – sowohl für die teilnehmenden Institutionen als auch für die Regionen, in denen sie tätig sind. Wir müssen nicht alle das Rad neu erfinden. Ich möchte erfolgreiche Modelle und Strategien, die in einer Region gut funktionieren, so aufbereiten, dass sie auch in anderen Regionen angewendet und angepasst werden können. Auf diese Weise können wir die Wirkung unserer Arbeit maximieren.

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit wird darauf liegen, den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik zu intensivieren. Ich glaube, dass durch einen stärkeren Dialog und engeres Zusammenwirken dieser Bereiche innovative Lösungen für regionale Herausforderungen entwickelt werden können.

 

Wie sieht der Wissensaustausch in der Praxisgemeinschaft konkret aus?

Der Wissensaustausch findet im Rahmen einer reflektierenden Praxisgemeinschaft statt, in der Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulallianzen sowie externe Gäste (z. B. politische Entscheider) ihre Erfahrungen systematisch teilen. Dazu gehören Fallstudien aus den Regionen, thematische Webinare sowie regelmäßige Arbeitstreffen, in denen konkrete Kooperationsmodelle, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert werden. Zentral ist, voneinander zu lernen.

 

Wie funktionieren die politische Interessenvertretung und die Erarbeitung von Empfehlungen?

Auf Basis der gemeinsamen Arbeitsergebnisse formuliert die Gruppe Empfehlungen zu Rahmenbedingungen für regionale Innovationsökosysteme im europäischen Hochschulkontext. Diese sollen in Positionspapiere, Konsultationen oder Dialogformate mit der Europäischen Kommission und weiteren Akteuren einfließen. So werden die Erfahrungen der Hochschulallianzen systematisch in politische Entscheidungsprozesse eingebracht. Darüber hinaus erarbeiten wir Vorschläge für Konferenz- und Workshopbeiträge.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Letzte Änderung: 17.02.2026 -
Ansprechpartner: Webmaster