Ideen teilen, Kontakte knüpfen, Promotion stärken

Internationaler Workshop bringt Nachwuchsforschende in Magdeburg zusammen

 

Eine Promotion beginnt selten mit Gewissheiten. Am Anfang stehen viele Fragen: Ist die eigene Idee wirklich neu? Welche Methoden führen zum Ziel? Und wie lässt sich ein Forschungsvorhaben so entwickeln, dass daraus eine erfolgreiche Promotion wird? Antworten darauf suchten Ende Juni 2026 an unserer Universität 17 Nachwuchswissenschaftler*innen aus neun Ländern.  Beim 19. „International Doctoral Students Workshop on Logistics, Supply Chain and Production Management“ (IDWL) stellten sie ihre Forschungsvorhaben zur Diskussion, erhielten Rückmeldungen von erfahrenen Wissenschaftler*innen und knüpften internationale Kontakte – eine wichtige Grundlage für ihren weiteren wissenschaftlichen Weg.

 

Der jährlich stattfindende Workshop der Fakultät für Maschinenbau richtet sich vor allem an Promovierende zu Beginn ihrer Promotion. Anders als bei einer klassischen Fachkonferenz stehen nicht fertige Ergebnisse im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden entwickeln ihre Forschungsideen weiter, schärfen ihre Fragestellungen und prüfen gemeinsam mit erfahrenen Wissenschaftler*innen, wie sich ihre Promotion sinnvoll aufbauen lässt. „PhD study can be an isolating journey. IDWL brings together PhD students and experts to share ideas, exchange knowledge, build connections, and inspire one another“, beschreibt Dr.-Ing. Jettarat Janmontree, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IEPS, die Idee des Workshops.

Zum diesjährigen Workshop reisten Promovierende und Betreuende aus Deutschland, Ungarn, Lettland, Kirgisistan, der Ukraine, der Türkei, Indien, Thailand, Kuba und Mexiko nach Magdeburg. Insgesamt waren Teilnehmende von zwölf Hochschulen und Forschungseinrichtungen vertreten. Prof. N. I. Coello Machado von der Universität Santa Clara in Kuba hebt die internationale Bedeutung des Formats hervor: „Dieser internationale Doktorandenworkshop bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Humanressourcen in diesen Disziplinen international einheitlich weiterzuentwickeln, und hat in all den Jahren einen wertvollen Beitrag zur Ausbildung von Lehr- und Forschungspersonal verschiedener kubanischer Institutionen und Universitäten geleistet. Zudem hat sie als Multiplikator für internationale Beziehungen und Zusammenarbeit gewirkt, wofür es vorbildliche Beispiele gibt. Vielen Dank für diese Gelegenheit.“

 

Promovierende auf ihrem wissenschaftlichen Weg begleiten

Ziel des englischsprachigen Workshops ist es, Promovierende auf ihrem wissenschaftlichen Weg zu begleiten und ihnen frühzeitig Orientierung zu geben. Sie lernen, den Wissensstand zu ihrem Thema systematisch zu erfassen, ihre Forschungsfrage klar zu begründen und geeignete Arbeitsmethoden auszuwählen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich eine Promotion sinnvoll planen und Schritt für Schritt weiterentwickeln lässt. „Unlock collaborations, exchange insights, and meet the minds shaping your field. Your chance to learn, connect, and elevate your work“, fasst Teilnehmerin Lina Döring M.Sc., Promotionsstudentin am Center for Applied Data Science (CfADS) und der Hochschule Bielefeld (HSBI), ihre Erfahrungen zusammen. Gleichzeitig aber sollen die Promotionsstudierenden mit grundsätzlichen Methoden auch zur Ausarbeitung ihrer Forschungslücke, beispielsweise bei der Systematischen Literaturrecherche, und den allgemeinen Anforderungen von internationalen Events mit vielen Teilnehmenden (Präsentation, Diskussion etc.) vertraut gemacht werden. Daher dient der Workshop insbesondere zur Vorbereitung der Promotionsstudierenden 

  • auf den wissenschaftlichen Austausch,
  • zur Verstetigung ihrer Arbeit, 
  • zum Vernetzen der Teilnehmenden und 
  • zur Integration der Perspektive von Logistiker*innen aus anderen Fachdomänen und Ländern.

 

Das Programm stärkt fachliche, methodische und persönliche Kompetenzen gleichermaßen. Die Teilnehmenden verfassen einen englischsprachigen Fachbeitrag nach festen Vorgaben, arbeiten Rückmeldungen aus einem Begutachtungsverfahren ein und präsentieren ihre Forschung in englischer Sprache. Sie lernen, wissenschaftliche Diskussionen zu führen, Fragen zu beantworten, den eigenen Arbeitsstand kritisch zu reflektieren und neue Anregungen für die weitere Arbeit aufzunehmen. 

Daneben spielt der persönliche Austausch eine zentrale Rolle. Ein gemeinsamer Netzwerkabend, Diskussionen nach den Vorträgen sowie Gespräche in den Pausen schaffen Raum für Begegnungen. So entstehen Kontakte zwischen Promovierenden, Betreuenden und Forschenden aus unterschiedlichen Ländern und Fachrichtungen. Aus diesen Begegnungen entwickeln sich häufig gemeinsame Projekte oder Forschungsaufenthalte. 

 

„The IDWL workshop is not intended to facilitate networking among doctoral students; rather, its goal is to foster an active exchange between doctoral students, faculty, and researchers in order to gain new insights and approaches that can be incorporated into future work.“

Prof. Dr.-Ing. Fabian Behrendt, Stellvertretender Leiter des 
Promotionszentrums Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften

 

Die vorgestellten Arbeiten greifen aktuelle Herausforderungen aus Wirtschaft und Gesellschaft auf. Sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen, mit widerstandsfähigen Lieferketten, der Bereitstellung von Wissen oder der Verbesserung von Materialflüssen. Viele Promotionsvorhaben entstehen gemeinsam mit Industriepartnern aus den beteiligten Ländern und verbinden wissenschaftliche Fragestellungen mit praktischen Anwendungen.

 

Rund 30 ehemalige Teilnehmende und Betreuende sind heute Professo*rinnen 

Für Prof. h.c. Dr.-Ing. Elke Glistau, IEPS, liegt darin die besondere Stärke des Workshops: „Dieser Workshop steigert erheblich die Qualität aller Promotionen durch gemeinsame, wissenschaftliche, internationale Arbeit. Es ist gelungen, die Idee und die erprobten Arbeitsformen an die nächste Generation von Professoren zu übertragen und damit langjährig Erfolgreiches auch in der Zukunft fortzusetzen. Die Forschungsthemen setzen Interdisziplinarität und Internationalität voraus.“ Rund 30 ehemalige Teilnehmende und Betreuende des Workshops sind heute Professor*innen an Hochschulen in neun Ländern.

Die Ergebnisse des Workshops bleiben über die Veranstaltung hinaus sichtbar. Die Beiträge der Promovierenden werden als frei zugängliche Proceedings veröffentlicht und zusätzlich über ResearchGate zugänglich gemacht. 

Der internationale Doktorandenworkshop ist seit 19 Jahren fester Bestandteil der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Fakultät für Maschinenbau. Die Nachfrage wächst kontinuierlich. Deshalb wird das Format auch in Zukunft fortgesetzt. Der Blick richtet sich bereits auf den 20. Workshop.

 

TEXT: Ines Perl

Letzte Änderung: 16.07.2026 -
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